Corona verursacht psychische Erkrankungen“ ?!?? 

- ein paar Gedanken zu Ursache und Wirkung

und dazu, wie Corona uns zu emotionaler Heilung und zum erwachsen werden einlädt

 

In den vergangenen Wochen lese ich vermehrt in den Nachrichten, dass Corona psychische Krankheiten verursache oder diese verschlimmere. Mich irritiert und ärgert diese Aussage. Nach meinem Empfinden werden hier Ursache und Wirkung verdreht und das verhindert, dass wir offenen Herzens nach den tatsächlichen Ursachen in uns suchen.

Für mich ist Corona nicht die Ursache, sondern das, was in uns seit Monaten die innere eigene Hölle an die Oberfläche triggert. Ob es Todesangst, Einsamkeit, massiver Widerstand gegen die Realität als solche oder ein Haufen ungeheilter Mama- und Papaprojektionen auf den Staat ist.

 

Dass diese Hölle durch Corona an die Oberfläche katapultiert wird, ist in meinen Augen etwas sehr Gutes, so schmerzhaft, beängstigend, aufreibend, schambesetzt, zum Verzweifeln, Schreien und wütend schnauben es auch immer ist.

 

Wenn ich Corona, die aktuellen Maßnahmen, meinen persönlichen Umgang damit und alles, was in diesem Zusammenhang in mir auftaucht als Rutschbahn in meine eigene Hölle und Tiefe nutze, ist Corona ein Geschenk. Ein Geschenk, dass, wenn ich es annehme und mich in allem, was in mir auftaucht liebevoll halte und fühle (insbesondere auch darin, es nicht fühlen zu wollen), innere Freiheit erst möglich macht, völlig unabhängig davon, ob ich gerade mein Lieblingsrestaurant besuchen darf oder nicht, ob ich arbeiten darf oder nicht, ob ich meine Liebsten physisch treffen kann oder nicht.

 

Wenn ich bereit bin, alles zu fühlen, was das in mir auslöst (Trauer, Wut, Rachewünsche, Einsamkeit, …), muss ich es nicht ausagieren und der Welt andauernd den Stinkefinger ins Gesicht halten, sondern kann es wagen, mir von all dem, was hier auf der Welt gerade abgeht (und größtenteils auch schon vor Corona abging!), das Herz brechen zu lassen und mich von all dem, tief berühren zu lassen – sei es Leid oder Freude oder beides auf einmal.

 

Ich bin dann nicht mehr abhängig davon, ob die Realität so ist, wie ich sie mir wünsche oder sie gerne hätte und ich brauche dann auch keine Rückkehr zur Normalität mehr, weil das Jetzt einfach genau so sein darf, wie es jetzt gerade ist.

 

 

Was haben traumatische Erlebnisse in unserer Vergangenheit mit dem Festhalten an oder dem Ruf nach einer Rückkehr zur Normalität zu tun?

 

Wenn aktuell danach gerufen wird, dass wir nicht zulassen dürfen, dass Corona bestimmte „Krankheiten verursacht“ und z.B. Depressionen verstärkt, dann fühle ich darin oft eine Abwertung und ein Nicht-haben-wollen, von dem, was da gefühlt wird. 

Ich plädiere für das Gegenteil: fühl das, was da auftaucht, in dir ganz – all die Verzweiflung, all die Traurigkeit, all die Abgeschnittenheit von dir und der Welt, all die Taubheit und Gefühllosigkeit. All das ist real! Und während ich durchaus sehe, dass es an bestimmten Punkten im Prozess hilfreich sein kann, Medikamente „dagegen“ zu nehmen oder an Strategien zu arbeiten, wie man damit besser „klar kommst in der Welt“, hat dieser Weg Grenzen. Wenn du nach Heilung suchst, wirst du tiefer fallen müssen. Dann muss all das, was da gefühlt werden möchte und nach Aufmerksamkeit schreit, liebevoll gehalten werden – und das braucht menschlich-herzlich-therapeutische Begleitung. 

 

Ich möchte etwas ausholen und einige Worte dazu schreiben, wie ich psychische Krankheiten & Trauma aber auch einfach „ungewöhnliche“ Gefühlszustände (weil wir sie bisher in uns nicht erlebt haben oder das Erleben zu lange her und verdrängt ist) verstehe. Ich setze dies immer wieder in den Kontext von unserer Zeit mit Corona und den, für mich erforderlichen und nachvollziehbaren Maßnahmen und hoffe, damit etwas Licht und Luft in die Argumentationsketten bringen zu können. Ich bin damit wahrlich nicht die Erste und auch nicht allein, aber ich möchte es in meinen Worten und aus mir heraus tun. 

 

 

Was ist Trauma, wie wirkt Trauma in uns nach und warum?

 

Trauma entsteht meiner Erfahrung nach nicht durch ein Ereignis allein sondern in erster Linie dadurch, dass wir nicht in der Lage sind, diese Erfahrung zu verdauen und damit zum Abschluss zu bringen. Mit verdauen meine ich nicht „fertig werden“ (wie ich oben schon angedeutet habe) – mit etwas „fertig werden“ kann kurzzeitig hilfreich sein und uns schützen, ja, uns sogar das Leben retten. Bleibt es aber unverdaut, d.h. ungefühlt, wirkt es auf Dauer kompensatorisch und führt dazu, dass Traumata in der Seele eingeschlossen werden und damit zwar erstmal sicher vor der Welt sind aber sie sind noch da.

 

Mir ist wichtig, an dieser Stelle ganz klar zu schreiben, dass wenn ich von Trauma spreche, dann meine ich damit bei Weitem nicht nur (aber natürlich auch) lebensbedrohliche Situationen wie Kriege, Vergewaltigungen und Unfälle/Operationen; ich meine auch all die nur „scheinbar“ kleinen Verletzungen, die wir nie wirklich gefühlt und verdaut haben, weil niemand da war, der sie mit uns als Kind hätte fühlen können (in den allermeisten Fällen waren unsere Eltern aus ihren eigenen Abwehrstrategien heraus hierzu nicht in der Lage) – Zurückweisung und Ablehnung, Beschämung, emotionale Übergriffigkeit, Mobbing, aber auch tiefe Traurigkeit über den Zustand unserer Welt … diese Liste lässt sich unendlich weiterführen. 

 

Wenn wir all dies nicht „verdauen“ und „verstoffwechseln“ bzw. als Kinder in diesem Prozess nicht unterstützt und begleitet wurden, nicht gelernt haben, dass es ok ist, all das zu fühlen (auch all das, was es mit uns macht), oder heute keinen emotional reiferen Menschen haben, der uns dabei unterstützt, dies zu fühlen und uns somit in diese tieferen Schichten unserer Seele einlädt, dann verkrampft sich unsere Seele und meist auch physisch unser Körper und schützt uns mit dieser Verkrampfung (oder diesem Schutzknoten) fortan vor ähnlich schmerzhaften oder aufwühlenden Erfahrungen. Das war ja auch als Kind enorm hilfreich und wichtig, dass wir Wege finden und uns auf diese drastische Weise schützen. Wenn ich aber fortan so weiterlebe, dann wirkt sich das auf mein weiteres Leben aus. Und das meist komplett unbewusst. Es ist das, was wir als Normalität erleben. Das Selbst, zu dem wir auf diesem Weg geworden sind, und als das wir uns erfahren und erleben, empfinden wir als völlig normal. Obwohl diese Normalität allzuoft auf Verdrängung, Schutzknoten und Realität-Bewältigungsstrategien basiert.

 

Ich möchte darauf aufmerksam machen (aus eigener Erfahrung), dass hierbei ein Haufen Lebendigkeit und innerer Beweglichkeit verloren geht. Und ich erwarte jetzt nicht, dass sich das jetzt sofort ändert. Ich finde es einfach wichtig, dass wir uns fragen, ob es das heute noch wert ist. Das ist ja ein ziemlich hoher Preis, den wir da ggf. bereit sind zu zahlen. 

 

Ein Problem daran, dass wir das schon so lange (oder schon immer) machen ist, dass es den meisten Menschen überhaupt nicht auffällt. Es ist aktuell völlig „normal“ in dieser Welt, sich als strategisches Selbst durch die Welt zubewegen und lediglich irgendwie „klar zu kommen“. Es ist das, was wir als tägliche „Normalität“ erleben. Für manche bleibt ein diffuses Gefühl, nicht ganz lebendig zu sein oder es tauchen Gefühle auf, die erst einmal keinen Sinn machen oder wir reden uns aus, dieses oder jenes zu fühlen. Und weil wir das als Gesellschaft schon so lange machen unterstützen wir uns leider auch allzuoft darin, uns weiter in unseren kompensatorischen Kreisen zu drehen anstatt uns darin zu unterstützen, emotional gesund zu werden.

 

Wir „funktionieren“ jedoch nur solange gut in der Welt, wie alles nach Plan läuft und nichts Aufwühlendes dazwischen kommt, was unsere – für den Verschluss von Traumata so essentielle Normalität und Ordnung durcheinanderbringt (oder unsere persönliche Variante davon, denn Normalität kann auch permanente Unordnung und Desorientierung sein :) ). 

 

 

In Endlosschleife inszenieren wir dann ein kollektives Strategisches Selbst, das uns fortan als Blaupause für unser eigenes Leben dient. Wir definieren darin, was normal ist und was nicht. Welche Emotionen ok sind und welche krankhaft. Was gefühlt werden darf und was nicht. Dieser Deal besiegelt, wie Realität zu sein hat, anstatt anzuerkennen, dass Normalität keine fixe Konstante ist. Wir bestätigen und reproduzieren auf diese Weise die Anspruchshaltung unserer auf ihren Schutzknoten beharrenden Machtteile auf eine unveränderliche Normalität, die bitte schön auf alle Ewigkeit genau so auszusehen hat. 

 

Und dann kommt Corona…

… ein Ereignis, das uns aus der Bahn wirft und unser Leben „auf den Kopf stellt“.

Gleichzeitig in ALLEN Menschen auf diesem Planeten. Und plötzlich sind wir alle mit essentiellen Fragen, Existenzangst, innerer Wahrheitsfindung, ständigen Auseinandersetzungen mit uns selbst und anderen konfrontiert. Und mit der Realitätsverweigerung unserer Schutzknoten; mit aufgestauter, nie gefühlter Angst vor der Welt oder vor Menschen, die wir ggf. schon immer hatten; oder mit all dem, was das Thema „Isolation“ in uns an die Oberfläche befördert, oder… oder… und…

Ob das in uns als Seelen Begeisterung auslöst, hängt ganz maßgeblich von unserem Weltbild ab. In meinem Weltbild ist das etwas Gutes, weil es all die alten unverdauten Themen an die Oberfläche befördert, wo sie (statt in den Kerkern unserer Seele zu verwesen) verdaubar werden. Anschaubar, fühlbar, erlebbar… sie können endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen.

Das fühlt sich nicht unbedingt schön an aber oft erleichternd. Der schwierigste Schritt dabei ist meist, dass scheinbar „böse“ ans Licht zu bringen, wo wir damit erneut angreifbar und verletzlich werden und Ablehnung ausgesetzt sind – das wollen unsere Schutzknoten unbedingt verhindern, weil es uns damals (als Kind, als Säugling, …) umgebracht hätte. Es wäre nicht aushaltbar gewesen. Heute ist es das.

 

In diesem zugleich globalen wie zutiefst individuellen Heilungsprozess wirkt Corona nach meinem Erleben wie ein Katalysator und Prozessbeschleuniger und – so zumindest fühlt es sich für mich an: wir werden hierdurch liebevoll aber mittlerweile deutlich weniger sanft als bisher auf unsere eigenen Schatten und Knoten aufmerksam gemacht und aufgefordert, genau hinzusehen und zu fühlen, anstatt einfach auf Autopilot weiterzumachen wie bisher. Ich verstehe dies, wie es Iona so wunderbar in ihrem Artikel Coronavirus SARS-CoV-2 – ein Geschenk von DarkMoon beschreibt als einen Liebesakt des Divine Yin Aspekt des Göttlichen gespeist aus Liebe und dem Wunsch, dass wir in uns selbst hinein erwachsen oder vielleicht irgendwann erwachen, wenn das denn für uns aktuell ansteht ;)

 

 

Von psychischer Krankheit zu emotionaler Heilung

 

Je mehr ich mich in den letzten Tagen mit dem Thema psychische Krankheiten und der Frage, was eigentlich „unsere Psyche“ genau ist, beschäftige, desto klarer wird mir, dass es wichtig ist, hier einmal ganz aus einem alten Weltbild auszusteigen. „Psyche“ klingt für mich nach Bewusstsein, analytischem Denken, Nachvollziehen und Analysieren. Und so wertvoll ich das an sich finde, reicht es dennoch nicht, um zu heilen. Ich kann psychische Krankheiten nicht durch meinen mind, durch nachdenken und analysieren, heilen. Ich kann verstehen, warum es so und so ist, ich kann eine Depression klassifizieren, ich kann mögliche Ursachen analysieren, aber ich kann dadurch nicht heilen. Das bedeutet nicht, dass das auf dem Weg nicht immens wertvoll und auch erleichternd ist. Bewusstsein über und für unsere Verletzungen kann enorm viel Luft schaffen und helfen, nicht gänzlich mit einem Zustand zu fusionieren (zu verschmelzen und nur noch das zu sein).

 

Aber wirkliche Heilung geschieht dort, wo die Verletzungen entstehen, nämlich nicht in unserem Kopf (wie ich immer wieder lese), sondern in unserem Emotionalkörper. Emotionen, wie Traurigkeit, Einsamkeit, Verzweiflung, Begeisterung und Liebe existieren, bevor unser Mind sie so brilliant benennen kann. Für mich bedeutet das, dass unsere Emotionen einer tieferen Realität entspringen / tiefer liegen als unser Mind / unsere Gedanken.

 

Um ernsthaft Wege zur Heilung von Traumata zu finden, müssen wir darüber hinauswachsen, psychische Krankheiten zu definieren und zu beschreiben, sie mit Medikamenten und Bewältigungsstrategien „bekämpfen“ oder „in Schach zu halten“ und lediglich wissenschaftlich-empirisch zu erforschen. Seelisch-menschliche Verletzungen müssen gefühlt werden...

Es ist doch eigentlich so einfach…

 

Persönlich saß ich im März plötzlich völlig orientierungslos und verängstigt auf einem Marktplatz in einer fremden Stadt. Ich hatte eigentlich geplant, ein Seminar zu halten, wusste jedoch plötzlich nicht mehr, was ich dort machen würde, noch war ich in der Lage auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Mit Freunden am Telefon manövrierte ich mich durch die Stadt und meine Auftraggeber boten mir Unterstützung an und riefen schliesslich an und sagten mir, ich solle die TelnehmerInnen nach Hause schicken und selbst heimfahren – es war der 13. März 2020 und gerade war der Lockdown beschlossen worden. In den Tagen danach fiel ein Auftrag nach dem anderen Weg, ich saß vor einem leergefegten Kalender für das Jahr 2020 und ich hatte Angst. Angst vor dem Virus und Angst davor, als Selbstständige kein Geld mehr zu verdienen. Gleichzeitig fühlte es sich richtig an, dass die Maßnahmen so waren, wie sie waren. Es gab in mir keinen Impuls nach außen, keine Abwehr dagegen – ich fiel nach Innen und fühlte all dass, was die äußere Isolation an innerer Isolation, Angst, Ausgeliefertheit, Einsamkeit und Unsicherheit in mir an die Oberfläche spülte.

Ohne die Prozessarbeit, die ich in den sieben Jahren zuvor durchlaufen bin, hätte ich das, was da sowohl an Angst und Einsamkeit aber später auch Freude und Lebendigkeit in mir auftauchte, nicht halten können bzw. hätte ich es beschämt und abgetan, mich zum funktionieren angetrieben und weitergemacht, ja vermutlich auch andere subtil in ihrer Angst beschämt. Das war meine Art, mit meinen eigenen Verletzungen fertig zu werden.

Nur langsam wird mir bewusst, was für eine Seelenkapazität notwendig ist, um sich wirklich in allem, was es zu fühlen gibt, zu fühlen und zu halten. 

 

Wären wir alle psychisch ganz gesund und erwachsen, gäbe es weder übermäßige panische Angst vor dem Virus (wie ich sie selbst gefühlt habe) noch Verschwörungsmythen und ganz sicher würde niemand nach unserer alten Normalität schreien.

 

Denn wenn wir nach Normalität schreien, dann bestehen wir eigentlich die ganze Zeit auf das Recht unserer Schutzknoten auf ein scheinbar verletzungsfreies Leben. Wir bestehen darauf, in unserer Form von Normalität nicht gestört zu werden, damit wir nicht plötzlich unberechenbare Dinge fühlen oder erleben müssen. Wir bestehen darauf, die gleiche Meinung haben zu müssen oder das unsere die einzig richtige ist.

Wir schreien danach, gerettet werden zu müssen und klagen gleichzeitig an, dass wir nicht als erwachsene, mündige Bürger behandelt werden.

Das, liebe ErdenmitbewohnerInnen, ist gelebter Wahnsinn!

 

Was, wenn psychische Krankheiten und Auffälligkeiten, zweierlei sind:

1. ein Schrei in dir als Seele und Mensch nach deiner Aufmerksamkeit auf all das, was du bisher nicht verdaut hast in dir und was gesehen, gehalten, gefühlt und endlich gesunden möchte;

2. sind einige sogenannte psychische Auffälligkeiten vielleicht eigentlich ein ganz gesunder Ausdruck für den Wahnsinn von Welt, in der wir leben. Was also an dem, was wir da als „krank“ pathologisieren ist vielleicht eigentlich grundsätzlich sehr GESUND an uns - nur eben ganz anders als wir es gerne in unserem kompensatorischen Normalitätsbestreben hätten.

 

 

Warum ist nicht normal, was der aktuellen Realität entspricht?

 

Ich kann Abstand zu meinen Kindergruppen im Wald halten und die Kinder dennoch gut begleiten – und finde das dann vielleicht nicht so schön, wie wenn ich das nicht muss, aber es geht… und ich weiß ja, warum ich das aktuell wichtig finde. Ich kann Seminare, die sonst draußen stattfinden, online durchführen und dadurch ganz neue Wege der Kommunikation, Zusammenarbeit und Selbstverantwortung kennenlernen – das ist anstrengend aber auch enorm bereichernd und hat mich diesen Sommer mit dem ein oder anderen Kontrollfreak in mir selbst bekannt gemacht – schon wieder eine Möglichkeit auch diese Themen weiter in mir zu bewegen. 

 

Ich meine ganz sicher nicht, dass wir immer glücklich und gut drauf sein sollen und alles so läuft, wie wir es gerne hätten, sondern dass wir lernen, alles zu fühlen, was es aktuell in der Welt zu fühlen gibt und auf dieser Basis gesunde erwachsene verantwortungsvolle Entscheidungen treffen.

Zu dem, was es zu fühlen gibt gehören tiefe Traurigkeit, Verzweiflung, Wut, Ausgeliefertsein, Ohnmacht, ein Haufen Unwissenheit, vielleicht auch Hass und in all dem ...Liebe. Wenn all das gefühlt werden darf, bleiben wir darin beweglich, sind erschütterbar und tief berührbar in Angesicht von Leid und Freude. 

 

All das zu fühlen, unsere Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was schon viel zu lange in unseren Seelen hinter verschlossenen Türen vor sich hin schimmelt und endlich ans Licht will, so böse und ungewollt und schambehaftet es auch erstmal aussieht – das ist es, wozu Corona uns einlädt.

Ein schöneres Geschenk gibt es nicht!

 

 

Zeit, danke zu sagen! :)

 

Herzerfüllt, bereichert und auf den Kopf gestellt,

* * *Anjana im November 2020 * * *