... und mein Aufwachsen zwischen spirituellen Erfahrungen, Herzresonanz und Verlorenheit.

 

Aufgewachsen mitten in Berlin war es für mich das Eintauchen in eine neue Welt an den Waldrand zu ziehen und von nun an nach Herzenslust im Wald herumstromern zu dürfen, zwischen Wurzeln zu liegen und in die Baumwipfel zu schauen. Es war auch eine Zeit, in der ich selbst realisierte, wie fern ich mich den meisten Menschen fühlte und wie sehr ich mich nach etwas sehnte, von dem ich nicht wusste, was es ist. Die Welt fühlte sich eng und fremd an. Eine Welt mit Grenzen und Regeln, Konzepten und Zielen, die ich nicht verstand - ebenso schien ich der Welt fremd zu sein. Meine frühen Erfahrungen, mich ins Nichts zu flüchten, oder mit der Welt zu verschmelzen und Eins zu werden (Erfahrungen, die ich aus vergangenen Leben in dieses mitbringe) waren für die Menschen in meiner Umgebung weder wahrnehmbar noch real. Entsprechend wenig konnte die persönliche Not, aus der heraus ich mich immer mehr dorthin zurückzog und flüchtete, gesehen oder beantwortet werden. Schlimmer noch: es sah so aus, als "wäre ich besonders erwachsen für mein Alter", bekam Lob und Anerkennung anstelle von der Unterstützung, die ich dringend gebraucht hätte. 

Freude empfand ich vor allem allein, in der Natur oder in der Begegnung mit jüngeren Kindern, sie sich auf magische Weise von mir angezogen fühlten und denen ich schon früh liebevolle Begleiterin auf ihren Entdeckungsreisen  wurde.

Auch meine Leidenschaft fürs Handwerk, besonders das Schmuckherstellen, fand mich als Jugendliche. Und auch, wenn mir der Kontakt zu dieser sprudelnden kreativen Quelle in mir immer wieder verloren ging, so tauchte sie doch auch beständig wieder auf sei es darin, alte Handwerkstechniken zu lernen (Körbe flechten, Schnüre drehen, Leder verarbeiten),  oder mich in Perlenläden zu "verirren" um schließlich Jahre später mein eigenes kleines Schmuckgewerbe zu gründen.

 

Ein neuer Lebensabschnitt begann für mich mit meinem Austauschjahr in den USA. Meine Gastmutter wurde meine erste Lehrerin und Wegbegleiterin, lud mich mit immer neuen Aufgaben in mein kreatives Schaffen und Denken ein, schickte mich raus in die Weite und Wildheit ihres selbst-erschaffenen Naturschutzgebiets Dianondehowa (she, who opens the door for you)  und erinnerte mich daran, dass ich als Seele mehr bin, als physisch sichtbar ist und da draußen mehr ist, als ich mit meinen Augen sehe. Vor allem machte sie mir damit das Geschenk, mit meinen Erfahrungen nicht völlig irre und allein zu sein.

 

Entsprechend schmerzhaft war meine Rückkehr in eine Welt, in der ich nun mehr und mehr ein Freak war. Mit dem Schmerz darüber fühlte ich mich mehr denn jeh alleine und flüchtete hinter einen Schutzpanzer aus Überlegenheit und Arroganz. Gleichzeitig versuchte ich den Drahtseilakt zu passen und mich abzugrenzen - ein verzweifelter Versuch sowohl individuell einzigartiges Seelenwesen als auch Teil einer Gemeinschaft zu sein. 

 

Und mein Herz suchte weiter... suchte nach etwas... und auf dieser Suche fühlte ich mich einerseits von diverse spirituellen Richtungen angezogen, weil es sich irgendwie vertraut anfühlte; gleichzeitig war ich auch abgestoßen - teils aus dem Gefühl, das alles schon zu kennen, teils aus der Ahnung, dass es darin nicht um Heilung gehen würde. Und teils, weil mir die Erfahrungen, die ich machte, zu heftig waren und ich sie nicht einsortieren konnte.

 

Meine erste Heimat mit Platz für beides - Spiritualität und menschliche Nähe und Heilung - fand ich in der Wildnispädagogik, in der sich vieles für mich auf stimmige Weise verbindet: Liebe zu Gaia, Herzenscaring und der Wunsch, Kindern auf dieser Erde eine natürliche Art des aufWachsens zu ermöglichen. Gleichzeitig fand ich eine Heimat und Vertiefungsmöglichkeit für meine eigenen inneren und äußeren Prozesse und eine Gemeinschaft, die für mich für eine lange und wertvolle Zeit Familie wurde. 

 

Dennoch fühlte ich mich auch hier nie ganz erfasst und gesehen. 

Um wirklich zu heilen, in der Tiefe, wie sich mein Herz das wünscht, brauchte und brauche ich mehr als einen Raum in dem alles sein darf und Platz hat: die Erfahrung in einem anderen menschlichen Herzen persönlich landen zu können mit allem was ich fühle, während ich es fühle. Jemand, der die Kapazität hat, solange Raum für mich zu halten, bis ich gelernt habe, es selbst zu tun und mich durch all meine Seelenerfahrungen hindurch begleitet, damit ich mehr und mehr als die Seele, die ich bin und als die ich immer gemeint war in meinem MenschSein hier auf Erden landen kann - in seelischer Größe und menschlicher Verletzlichkeit. Ich bin unfassbar begeistert, dass dies überhaupt möglich ist und Iona von der Wert mit InDivinality ein Weltbild in die Welt bringt und mit allem, was sie ist und hat ausfüllt, dass sich für mein Herz so umfassend wahr anfühlt. Es bringt mich Stück für Stück um meinen Verstand und rückt mein Herz mehr und mehr an erste Stelle - dorthin, wo es hingehört, wenn ich davon ausgehe, dass wir als Seelen primär emotional sind - aus Liebe gemacht.  Durch Ionas liebevolle Begleitung und den immens wertvollen Austausch mit den wunderbaren Seelen, mit denen ich diesen Weg gemeinsam gehe (und damit meine ich nicht nur jene, mit denen mich eine tiefe Freundschaft verbindet), kann ich es wagen, mich von der Welt wieder berühren zu lassen - unabhängig davon, ob es mir weh tut oder mich freut, wütend macht oder tief berührt, mir den Boden unter den Füßen wegzieht oder mich zum Tanzen einlädt.  

Mit dieser wachsenden Herzenskapazität in mir kann und möchte ich es wagen ganz in dieser Welt zu sein mit all meinen seelischen und irdischen Talenten und Gaben, meinen Wünschen und Sehnsüchten und mit all den Möglichkeiten zum Scheitern und zum Wachsen, stranden und baden gehen.   

 

geschrieben mitten im CoronaWirbelsturm - dankbar für die Tanzaufforderung, die mir den Boden unter den Füßen wegzieht und mir gleichzeitig und in Liebe zutraut, zu heilen und zu wachsen.                       ***Anjana***